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Rheinische Post: VW und das Gesetz

Düsseldorf (ots) - Von Thomas Reisener Das VW-Gesetz sollte die heile Welt bei Volkswagen zementieren. Die juristisch verordnete Vormachtstellung des Landes Niedersachsen im Aufsichtsrat sollte das gedeihliche Miteinander von Politik, Arbeitnehmern und Kapital gewährleisten. Das ist in Teilen auch gelungen. Nebenwirkung dieser Schlaftablette: VW wurde 47 Jahre lang von der wirtschaftlichen Wirklichkeit abgeschottet. Weil das Reizklima fehlte, fiel Volkswagen in manchen Entwicklungen zurück. Etliche Wettbewerber sind heute effizienter, innovativer und auch bei den Aktionären beliebter als VW. Denn in der Wirklichkeit bieten einem Autobauer nur die Käufer Schutz, und nicht die Landesregierung. Die staatliche Protektion durch das VW-Gesetz ermöglichte in Wolfsburg außerdem einen völlig untypischen Aufsichtsrat. Anders als andere Konzerne wird VW nicht hauptsächlich von Managern, sondern von Politikern, Gewerkschaftern und Betriebsräten kontrolliert. In diesem Klima wiederum gedieh eine in dieser Form wohl einzigartige Günstlingswirtschaft, die ihre Höhepunkte in Bordellbesuchen auf Konzernkosten fand. Seit gestern ist dieser Aufsichtsrat nur noch ein Kabinett von Frühstücksdirektoren. Das kann auch von Vorteil sein. Pressekontakt: Rheinische Post Redaktion Telefon: (0211) 505-2303 Original-Content von: Rheinische Post, übermittelt durch news aktuell

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