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Rheinische Post: Punktsieg Mehdorn

Düsseldorf (ots) - Von Alexander von Gersdorff Bahn-Chef Hartmut Mehdorn hat sich mal wieder selbst überholt. Gegen den Streik der Lokführer hatte er einen Notfallplan in Gang gesetzt und gleichzeitig per Gericht eben diesen Streik zumindest im Fernverkehr untersagen lassen. Die Folge: Der Notfallplan war nicht mehr zu stoppen, obwohl alle ICE planmäßig hätten fahren können. Dennoch kann Mehdorn die Aktion als Punktsieg für sich verbuchen. Denn was bleibt, ist die Drohgebärde in Richtung Lokführer: Es geht auch ohne euch, zumindest kurz. Die streiklustige Gewerkschaft und ihre Mitglieder wissen jetzt endgültig, auf welchem schmalen Grat sie fahren: Auf der einen Seite steht der Konzern, der den Lokführern nicht mehr zahlen will als das, was er mit den anderen Bahn-Gewerkschaften ausgehandelt hat. Auf der anderen Seite stehen die Fahrgäste, deren Sympathien für die Zuglenker mit jeder auf windigen Bahnhöfen unfreiwillig verbrachten Minute schwinden. Am Ende wird Mehdorn um kleine Tarifzugeständnisse an die unterste Lohngruppe zwar nicht herumkommen. Im Gegenzug aber müssen die Lokführer von ihrer 30-Prozent-Forderung abrücken. Sonst verlieren sie den Konflikt so, wie Verdi ihn gegen den Ex-Staatskonzern Telekom verloren hat. Pressekontakt: Rückfragen bitte an: Rheinische Post Redaktion Telefon: (0211) 505-2303 Original-Content von: Rheinische Post, übermittelt durch news aktuell

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