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Rheinische Post: Karamanlis vorn

    Düsseldorf (ots) - Von Godehard Uhlemann

    Griechenlands konservativer Regierungschef Konstantin Karamanlis hat es geschafft. Die Partei Neue Demokratie ist wieder stärkste Kraft im Parlament, auch wenn die absolute Mehrheit nicht sicher ist. Bis zuletzt musste Karamanlis um den Erfolg bangen. Er hatte die vorgezogene Parlamentswahl Anfang August zu Zeiten eines Zustimmungshochs für sich und seine Partei anberaumt. Doch das schlechte Mangemanet der Waldbrände, die offensichtliche Überforderung der Behörden und Einsatzkräfte bei der Brandbekämpfung haben ihn Stimmen gekostet und an den Rand der Niederlage geführt. Erstaunlich ist der Erfolg von Karamanlis insofern, als er die Wahl anberaumt hatte, um eine unpopuläre Reformpolitik vom Bürger billigen zu lassen. Trotz Waldbränden und Finanzreform hat Karamanlis sich durchgesetzt. Das spricht für die Einsicht der Griechen, dass ihr Land modernisiert werden muss, um den Anschluss in der EU nicht zu verlieren. Erstmals seit der Militärdiktatur 1974 zieht eine rechtsgerichtete Protestpartei, die mit fremdenfeindlichen Parolen im Trüben fischte, wohl ins Parlament ein. Es ist ein Zeichen politischer Hygiene, dass Karamanlis eine Regierungs-Koalition mit den Rechts-Populisten vorab ablehnte und bei einer Patt-Situation mit den Sozialisten Neuwahlen will. Das zwang die Griechen zur klaren Entscheidung.

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