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Weser-Kurier: Olaf Dorow über den Neymar-Transfer

Bremen (ots) - Obszön

Ist es schlimm, wenn ein Scheich daherkommt, 222 Millionen Euro für Neymars Wechsel von Barcelona nach Paris hinblättert, dazu 100 Millionen Wechselprämie und für den Spieler ein Nettojahresgehalt von 30 Millionen? Könnte man sagen: Nö? Soll er doch, der Scheich? Mir doch egal? So egal ist das nicht. Das absurd viele Geld, das in den Fußballmarkt gepumpt wird, hat Auswirkungen. Der anstehende Gigantotransfer trägt letztlich dazu bei, dass es für den Fußballinteressierten immer kostspieliger wird, sich für Fußball zu interessieren. Er trägt, praktisch in einer Kettenreaktion, dazu bei, dass viel zu junge, viel zu unfertige Spieler viel zu hohe Angebote erhalten. Er vergrößert die Gefahr, dass hochtalentierte Sportler auf Auswechselbänken betuchter Klubs versauern und erschwert es unbetuchten Klubs, etwas zu entwickeln. Motto: aufkaufen statt aufbauen. Die obszöne Neymar-Summe wird den Fußball nicht gefährden. Aber besser macht sie ihn eher nicht. Sie steht für nackten Kapitalismus, für mehr nicht. Es darf sich jeder selbst fragen, wie er das findet. Ob der Scheich das viele Geld nicht für andere Sachen hätte ausgeben können, fragt man sich ja ohnehin.

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