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Weser-Kurier: Kommentar von Philipp Jaklin über die Autoindustrie

Bremen (ots) - Es gab einmal Zeiten, da war die deutsche Autoindustrie der Stolz der Nation. Entscheidend hat diese Kernbranche nach dem Zweiten Weltkrieg zum Wohlstand des Landes beigetragen, technologisch erarbeiteten sich die Hersteller aus Stuttgart, München und Wolfsburg eine weltweite Spitzenstellung.

Der Dieselskandal hat das Ansehen der Konzerne auf eine Weise beschädigt, dass der Schaden kaum zu ermessen ist. Eine neue, ungeheuerliche Dimension wäre erreicht, sollte sich der Kartellverdacht gegen VW, Audi, Porsche, BMW und Daimler bestätigen. Dass die Hersteller in Geheimzirkeln technische Fragen, die Kooperation mit Zulieferern und Details der Abgasreinigung abgesprochen haben sollen - diese Vorwürfe wiegen sehr schwer. Enorme Strafen könnten ihnen drohen.

Den Preis für Kartelle zahlen die Verbraucher, denn Wettbewerb wird durch illegale Kungelei ausgehebelt. Wer ein Dieselauto fährt, bekommt den Schaden gerade schon direkt zu spüren, weil gebrauchte Selbstzünder rapide an Wert verlieren. Der Preisverfall könnte sich noch beschleunigen, wenn nach der Bundestagswahl das steuerliche Privileg für Dieselkraftstoff stärker unter Druck gerät.

Sein Konzern, so sagte es Daimler-Chef Dieter Zetsche im Herbst 2015 in einem Interview, halte sich "grundsätzlich an die gesetzlichen Vorgaben" und habe auch "keinerlei Manipulationen" an seinen Autos vorgenommen. Daran muss er sich messen lassen - mehr denn je angesichts der jüngsten Nachrichten.

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