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Weser-Kurier: Über den Auto-Standort Bremen schreibt Moritz Döbler:

Bremen (ots) - Bremen hat sich längst als bedeutender Standort der Automobilproduktion etabliert. Erst Borgward, dann Mercedes als inzwischen größter privater Arbeitgeber der Stadt, mit dem größten Werk der Marke weltweit. Aber einen Klang wie Wolfsburg, Sindelfingen, Ingolstadt, Zuffenhausen hat die Hansestadt gleichwohl nicht. Es ist tatsächlich denkbar, dass sich das nun ändert. Erst Borgward, dann Mercedes - das war auch die zufällige Dramaturgie dieser Woche. Mit chinesischem Geld wird die historische Rauten-Marke wiederbelebt und will in ihrer einstigen Heimat Elektroautos fertigen. Ein Knüller! Und Mercedes toppt diese Nachricht nur einen Tag später und kündigt an, seinen elektrischen Hoffnungsträger EQ in Sebaldsbrück zu produzieren. Ein wahrer Traum! Beide Vorhaben haben zwar zunächst eine überschaubare Größenordnung, die geplanten Stückzahlen sind nicht annähernd mit der ebenfalls in Bremen gebauten C-Klasse zu vergleichen. Aber hier tut sich die Chance auf, die Hansestadt zu einem bundesweiten Zentrum für die neue Welt des Autos zu machen, für eine Wiedergeburt der Deutschen liebstes Kind, emissionsfrei, voll digital und vernetzt. Dieter Zetsche hat ein Aufbruchsignal gegeben, das nicht verhallen darf. Nach der Wirtschaft sind nun Politik und Wissenschaft am Zug. Der Senat sollte sich daranmachen, Modellversuche tatkräftig zu unterstützen und beste Bedingungen für Hersteller und Zulieferer zu schaffen. Mehr als Geld braucht es dafür eine offene, förderliche Haltung. Dass es dabei auch um Klimaschutz geht, lindert vielleicht die Aversion gegen das Auto, die besonders bei den Grünen verbreitet ist. Und die exzellente Bremer Wissenschaft muss sich bei diesem Zukunftsthema stärker vernetzen und fokussieren. Kompetenz und Expertise hat Dieter Zetsche Bremen zu Recht bescheinigt, jetzt muss der unbedingte Erfolgswille dazukommen. Die Zukunft beginnt jetzt.

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