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Weser-Kurier: Über den Bund der Steuerzahler schreibt Moritz Döbler:

Bremen (ots) - Es gibt nahezu niemanden in Deutschland, der keine Steuern zahlt. Ein Kind, das seinen ersten Lolli ersteht, wird in diesem Moment unwiderruflich zu einem Steuerzahler. Bis an sein Lebensende wird es das bleiben, der Staat wird immer seinen Anteil fordern. Insofern suggeriert der Bund der Steuerzahler, er habe eine Macht hinter sich, die Parteien, Gewerkschaften, Kirchen weit in den Schatten stellt. Aber so ist es nicht, zuletzt gab er die Zahl seiner Mitglieder mit bundesweit 310000 an, Tendenz sinkend. Dieser Verein ist ein selbst ernannter Tugendwächter ohne demokratische Legitimation oder öffentlichen Auftrag. Und so richtig es ist, eine Verschwendung von Steuermitteln zu kritisieren, so falsch ist es doch, das in einen billigen Dauerreflex wider die Politik umzumünzen. Das jährlich vorgelegte Schwarzbuch geht in diese Richtung. In ihm ist tatsächlich mancher Schildbürgerstreich zu finden, aber längst nicht jeder Eintrag konstituiert einen Skandal. Für Bremen nennt der Bund der Steuerzahler diesmal nur einen einzigen Fall: ein Gutachten, das 24000 Euro gekostet haben soll. Das ist eine wirklich gute Nachricht. Denn wenn sich tatsächlich nur ein einziger Fall von Verschwendung findet und der vergleichsweise klein ausfällt, dann scheint das Land Bremen mit seinen knappen Finanzen gut zu haushalten. Überdies war das Gutachten, das die Verkehrsführung am Concordia-Tunnel untersuchte, nach dem ganzen Streit darüber wahrscheinlich doch die richtige Idee. Am Ende ist es vermutlich einfach so, dass man kein Geld verschwenden kann, wenn man keins hat.

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