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Weser-Kurier: Kommentar: Über das Verhältnis Deutschland-Polen schreibt Hans-Ulrich Brandt:

Bremen (ots) - Sport, so heißt es, verbindet. Normalerweise stimmt das, aber diesmal war von dieser integrativen Kraft nichts zu spüren. Dabei hätte das EM-Gruppenspiel Deutschland gegen Polen ein guter Anlass sein können, anlässlich der Jubiläumsfeier zum deutsch-polnischen Freundschaftsvertrag dem angespannten Verhältnis zwischen Berlin und Warschau mit ein wenig Normalität und Herzlichkeit zu begegnen. In Frankfurt an der Oder klappte das, da schauten Deutsche und Polen das Fußballspiel gemeinsam; sogar die beiden Bürgermeister der Stadt waren gekommen. Das ist gelebte gute Nachbarschaft. Diese Chance wurde von der Politik leider vertan. Angela Merkel, sonst regelmäßiger Stadionbesucher, kam nicht auf die Idee, sich zusammen mit Bundespräsident Joachim Gauck und seinem polnischen Amtskollegen Andrzej Duda das Länderspiel anzuschauen. Und auch Gauck, der sonst in schwierigen Situationen immer das Richtige tut, verlegte sich auf kühle Diplomatie statt auf Herzlichkeit. So blieb es an diesem für beide Länder so bedeutsamem Tag bei lapidar dahingesagten warmen Worten. Das ist bedauerlich.

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