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Weser-Kurier: Kommentar von Moritz Döbler über den Fall René Marc S. in Bremen

Bremen (ots) - Er hat sich einem mörderischen Islamismus verschrieben und lässt keinerlei Respekt für den Rechtsstaat erkennen. Daran hat seine Haftzeit offenkundig nichts geändert, im Gegenteil. Aktuell wird René Marc S. verdächtigt, an einem Mordkomplott gegen andere Salafisten beteiligt zu sein. Er ist ein erklärter Feind der Demokratie, und er hat eine politische Mission. Es ist daher nicht abwegig, dass er die Prügel, die er im Polizeigewahrsam bekommen hat, provoziert haben könnte: um sich als Opfer zu stilisieren. Für diese Version spricht, dass er nach der ärztlichen Versorgung darauf bestand, die Blutspuren in seinem Gesicht nicht zu beseitigen. Ein Bild sagt mehr als tausend Worte, das könnte sein Kalkül gewesen sein. Aber selbst wenn es so war - das alles hätte so nicht passieren dürfen. Denn die größten Blessuren hat nicht René Marc S. davon getragen, sondern die Bremer Polizei selbst. Kommt nach der Staatsanwaltschaft ein Parlamentarischer Untersuchungsausschuss? So oder so werden sich Justiz und Öffentlichkeit über Monate und vielleicht sogar Jahre mit dem Vorgang beschäftigen. Aber der Rechtsstaat muss eben über jeden Zweifel erhaben sein. So sehr jeder einzelne Beamte angemessen gehandelt haben mag - im Ergebnis war das hier nicht der Fall, die Polizei hat sich angreifbar gemacht. Das zeigt sich schon daran, dass eine Richterin die Dauer des Gewahrsams als rechtswidrig ansah. Jetzt wird es sehr mühsam, den Schaden zu begrenzen und René Marc S. Momente des Triumphs zu verwehren. In der lückenlosen Aufklärung werden sich zwar die Vorzüge unseres Systems manifestieren. Aber Freude macht es nicht, wenn davon dessen größte Feinde profitieren.

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