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Weser-Kurier: Leitartikel von Silke Hellwig über Grün-Schwarz

Bremen (ots) - Jens Eckhoff war seiner Zeit voraus. 2003 dachte der Christdemokrat laut über einen schwarz-grünen Senat unter rot-weißer Speckflagge nach. Damit brachte er den damaligen Landeschef Bernd Neumann gegen sich auf, dem die große Koalition ans Herz gewachsen war. Auch die Mehrzahl der bremischen Grünen war nicht zu begeistern. Inzwischen ist ein schwarz-grünes oder grün-schwarzes Bündnis - wie womöglich in Baden-Württemberg - salonfähig. Indes darf man sich nichts vormachen: Die existierenden "Kiwi-Koalitionen" auf Landesebene waren nie politische Traumhochzeiten - weder in Hamburg (CDU und GAL regierten von 2008 bis 2010) noch in Hessen (seit Januar 2014). Sie wurden erzwungen, weil Wunschkonstellationen unmöglich waren. In Stuttgart sieht es nicht anders aus: Noch Anfang März hat CDU-Spitzenkandidat Guido Wolf von Grün-Schwarz nichts wissen wollen. Dabei ist die Stimmung derzeit und gerade in Baden-Württemberg grün-schwärzer denn je: Alle großen Parteien verbindet mittlerweile mehr als sie trennt, Winfried Kretschmann gilt als pragmatischer "dunkelgrüner" Landesvater, Angela Merkel macht mit ihrem unerschütterlichen Flüchtlingskurs bei Grünen Eindruck. Und wo bleibt die SPD? In der Opposition und vermutlich ratlos zurück. Eckhoff war seiner Zeit voraus - als seine Partei noch in einem Zustand war, der Schwarz-Grün in Bremen denkbar machte.

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