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Weser-Kurier: Über Kultur als Branche schreibt Philipp Jaklin:

Bremen (ots) - Sie sind viele, und sie sind überall. Ob ihr Beruf nun Musiker ist, Designer, Architekt, Spiele-Entwickler, Autor, Illustrator, Schauspieler oder Filmemacher - mehr als 1,6 Millionen Menschen in Deutschland verdienen ihr Geld in der Kultur- und Kreativbranche. Gemessen am Wert der Waren und Dienstleistungen, die sie anbieten, leisten sie einen höheren volkswirtschaftlichen Beitrag als die Chemieindustrie oder Finanzdienstleister. Die Kreativen sind ein Wirtschaftsfaktor. Überall herumgesprochen hat sich das noch nicht. Die Branche bekommt nicht die Aufmerksamkeit, die sie verdient. Es gibt keine mächtigen Lobbyverbände, keine einflussreichen Großkonzerne. Und welche Wählerklientel bedient ein Politiker, der sich die Förderung der Kreativwirtschaft ans Revers heftet? Mit diesem Thema lassen sich schwerlich Wahlen gewinnen. Dennoch - oder gerade deswegen - sollte Bremen alles versuchen, mehr Kreative anzulocken. Die Stadt hat gerade ihnen viel zu bieten: Ein lebenswertes Umfeld, bezahlbare Mieten, kurze Wege, Subkulturen. Dass Bremen in einer anderen Liga spielt als Berlin, ist eher von Vorteil. Denn so manches in den kleinen Strukturen der Branche gedeiht besser abseits der Millionenmetropolen. Nur muss der Nährboden stimmen, und dafür braucht die Stadt vor allem eines: mehr politische Kreativität.

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