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Weser-Kurier: Kommentar von Milan Jaeger über Familie und Beruf

Bremen (ots) - Im Grunde sind sich alle einig, dass es im 21. Jahrhundert Frau und Mann selbstverständlich möglich sein muss, sich die Betreuung des Nachwuchses zu teilen und schnell wieder in den Job zurückzukehren - sofern man es denn will. Doch zwischen Anspruch und Realität klafft nach wie vor eine große Lücke. Wenn die Kita um 16 Uhr schließt, kann der Chef noch so tolerant sein. Eine Vollzeitstelle werden Vater und Mutter so nicht ausfüllen können - es sei denn, die Großeltern oder professionelle Helfer stehen zur Seite. So ist die Gretchenfrage - "wie haltet ihr's mit den Kindern?" - vor allem auch eine finanzielle. Teilzeit muss man sich leisten können. Top ausgebildete Fachkräfte, die Unternehmen mit familienfreundlichen Angeboten zu ködern versuchen, benötigen die Hilfe des Arbeitgebers am allerwenigsten. Wenn ihnen die Unternehmenskultur nicht zusagt, ziehen sie eben an einen anderen Standort. Und so sind die schicken Hochglanzsiegel aller Ehren wert. Jeder Betrieb mehr, der sich um die Vereinbarkeit Gedanken macht, ist ein guter Betrieb. Ob er allerdings einen gesellschaftlichen Wandel in Gang setzt, ist nicht so sicher.

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