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Weser-Kurier: Leitartikel von Peter Hanuschke über das Geld

Bremen (ots) - Die Begrenzung von Barzahlungen bis maximal 5000 Euro könnte zum Problem werden - zumindest dort, wo große Summen üblicherweise bar beglichen werden. Doch wen betrifft das schon? Wie groß ist der Kreis derjenigen, die sich auf einer Auktion ein Pferd kaufen, die den Gebrauchtwagen oder den Diamantring cash bezahlen? Die große Mehrheit der Bevölkerung wird auf jeden Fall nicht dazu gehören. Ist der Aufschrei wegen eines Bargeld-Limits gerechtfertigt? Die FDP bezeichnet die 5000-Euro-Grenze beispielsweise gar als Einstieg in ein generelles Bargeldverbot. Für sie ist Bargeld "gelebte Freiheit", die sie nicht aufgeben will. Wie groß ist diese Freiheit aber eigentlich, oder andersherum, wie wird sie genutzt? Die Möglichkeiten des bargeldlosen Zahlens haben sich in den vergangenen Jahren enorm verbreitet - selbst in den meisten Discountern ist inzwischen das Zahlen mit Kreditkarte möglich. Internetgeschäfte, die von Jahr zu Jahr zunehmen, werden ohnehin bargeldlos abgewickelt. Und wer ein Auto mieten möchte, wird es schwer haben, das mit Bargeld hinzubekommen. Wenn Verbraucherschützer davon sprechen, dass Bargeld "gelebter Datenschutz" sei und nicht aufs Spiel gesetzt werden dürfe, haben viele Verbraucher diesen Schutz allerdings schon längst in Eigenregie preisgegeben. Eines sollte bei der Diskussion über den Vorschlag der Bundesregierung zur Einführung einer Obergrenze für die Bezahlung mit Bargeld auf jeden Fall den meisten Raum einnehmen: Mit dem Bargeld-Limit soll Geldwäsche erschwert werden, um unter anderem den Terror zu bekämpfen. Denn Bargeld ist eine entscheidende Basis für dessen Finanzierung. Kann man also überhaupt etwas gegen diesen Vorschlag haben? Nein - vorausgesetzt, er ist tatsächlich nicht als Vorbote eines generellen Bargeldverbots zu verstehen. Denn die Kartenlesegeräte haben gerne mal ihre Aussetzer. So ganz ohne Bares geht es eben doch nicht.

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