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Weser-Kurier: Leitartikel von André Fesser über das Schneechaos in Bremen

Bremen (ots) - Wer hätte das gedacht? Es ist Winter, und seit Sonntag kann man es sogar sehen. Die Natur trägt ihr weißes Kleid und zeigt sich von einer ihrer schöneren Seiten. Die Stadt hingegen versinkt im Schnee - der Winter zeigt seine Fratze. Angesichts der Lage auf Bremens Straßen und Gehwegen stellt man sich inzwischen die Frage: Was machen wir bloß, wenn es mal mehrere Tage am Stück schneit? Es brauchte gut zehn Zentimeter der weißen Pracht, um Bremen zu lähmen. Der Straßenbahnverkehr kam zeitweise zum Erliegen, und wer sich ins Auto traute, schleppte sich selbst auf Hauptverkehrsstraßen im Schneckentempo voran. Ja, so ist das nun mal im Winter, vor allem aber: So ist das, wenn die Räumdienste an ihre Grenzen geraten. Es ist glaubhaft, wenn die Verantwortlichen beteuern, dass ihre Leute in diesen Tagen am Limit arbeiten, um die Schneelast zu mindern. Wenn sich selbst 48 Stunden nach der ersten Flocke der Schneematsch an den belebten Stellen dieser Stadt aber noch immer türmt, bleibt unter dem Strich die Erkenntnis, dass Bremen für derartige Lagen nicht gut aufgestellt ist. Wer das beklagt, muss sich aber auch fragen, ob er nicht zunächst vor der eigenen Tür kehren sollte. Viele Hauseigentümer sind ihrer Räumpflicht nicht nachgekommen. Vor allem in der City, wohin die Kunden ihr Geld bringen sollen, darf man sich darüber schon wundern. Man hätte sich gewünscht, dass manch ein Ladenbetreiber einfach mal selbst zum Besen gegriffen hätte.

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