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Weser-Kurier: Kommentar von Ben Zimmermann über Solidarität mit Frankreich

Bremen (ots) - Es war Bundeskanzlerin Angela Merkel, die nach den Anschlägen von Paris den Franzosen "jedwede Unterstützung" versprach. Und es war ihr Außenminister Frank-Walter Steinmeier, der am Donnerstag nachlegte und erklärte: "Worte der Solidarität sind wichtig, aber nicht genug." Diese Versicherungen des Beistands sind wichtig in diesen Tagen - genauso wie die öffentlichen Bekundungen der Trauer und des Mitgefühls. Schwieriger wird es jedoch, wenn den Worten Taten folgen sollen. Denn Paris und Berlin haben - auch historisch bedingt - recht unterschiedliche Sichtweisen, wenn es um die Lösung von internationalen Konflikten geht. Merkels Worte waren richtig - nicht nur, weil Frankreich Deutschlands engster Partner in Europa ist, sondern weil die Anschläge dem gesamten Westen galten und der nächste auch uns treffen könnte. Die Solidaritätsbekundung ist jedoch kein Blankoscheck: Paris muss erklären, welche Hilfe es erwartet, und Berlin muss ehrlich sagen, welche Hilfe geleistet werden kann - und welche nicht. Eine engere Zusammenarbeit der Geheimdienste beispielsweise gehört zur ersten Kategorie, ein militärisches Eingreifen in Syrien zur zweiten. Zumindest vorerst: Denn ohne eine internationale Einbindung wird es nicht gehen. Die Chancen, dass es ein staatenübergreifendes Bündnis gegen den IS gibt, waren sicherlich selten größer als heute. Kommt dabei eine internationale Koalition mit UN-Mandat zustande, wird auch Deutschland zeigen müssen, was seine Solidaritätsbekundung wert ist.

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