Weser-Kurier

Weser-Kurier: Leitartikel von Stefan Lakeband über VW und Winterkorn

Bremen (ots) - Spätestens seit dem Kurssturz am Montag war Volkswagen-Chef Martin Winterkorn angezählt. Er taumelte wie ein Boxer kurz vor dem K.o. Denn der VW-Konzern war nicht wirklich Herr dessen, was gerade in den USA, aber eigentlich auch im Rest der Welt, passierte. In dieser Situation hatte Winterkorn zwei Möglichkeiten: aufgeben oder zurückkämpfen. Der Schwabe hat sich für Letzteres entschieden. Mit Demut ist er vor die Kameras getreten und hat sich entschuldigt. Und gleichzeitig gezeigt: Ich bleibe. Volkswagen ohne Winterkorn - das geht derzeit nicht. Wenn der Vorstandsvorsitzende des weltweit zweitgrößten Autobauers öffentlich Fehlverhalten eingesteht und sich entschuldigt, kann das Größe sein - oder Ego. Denn es sollte im Wesen eines Chefs liegen, der Firma zu dienen. Und in diesem Fall braucht VW gerade einen Neuanfang. Einen sehr schnellen sogar. Da ist es mit einer Entschuldigung aber nicht getan. Und sie ist auch keinesfalls eine Garantie dafür, dass Winterkorn weiter an der Spitze des Konzerns bleiben kann. Im Machtkampf mit Ferdinand Piëch hat der VW-Chef eine breite Unterstützung erfahren, Rückendeckung kam auch aus der Politik. Diese Leute dürften sich nun betrogen fühlen. Und vor allem wollen sie, dass es mit Volkswagen bald wieder besser läuft. Deshalb ist es fraglich, ob sie Winterkorn weiter unterstützen. Wenn sie sich gegen ihn entscheiden, kann die Aufsichtsratssitzung am Freitag zu dem Schlag werden, der den Vorstandsvorsitzenden endgültig niederstreckt. Denn auch wenn sich Winterkorn mit seiner Entschuldigung zurückgekämpft hat - angeschlagen ist er immer noch.

Pressekontakt:

Weser-Kurier
Produzierender Chefredakteur
Telefon: +49(0)421 3671 3200
chefredaktion@Weser-Kurier.de

Original-Content von: Weser-Kurier, übermittelt durch news aktuell

Weitere Meldungen: Weser-Kurier

Das könnte Sie auch interessieren: