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Weser-Kurier: Kommentar von Hauke Hirsinger über den Umgang mit unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen

Bremen (ots) - Opfer von Gewalttaten fühlen sich allein gelassen. Das Gleiche gilt für Polizisten und Sozialarbeiter. Auch nach Wahl und Koalitionsvertrag hat Bremen ein Problem mit einer vergleichsweise kleinen Gruppe minderjähriger unbegleiteter Flüchtlinge. Mit denen muss endlich adäquat umgegangen werden. Wenn schwere Straftaten begangen werden, sind sie nach Jugendstrafrecht zu ahnden. Dort aber, wo das Strafrecht nicht greift, sollte Bremen auf intensivpädagogische Angebote mit einem entsprechenden Betreuungsschlüssel und nicht auf Freiheitsentzug setzen. Wenn eine robuste Unterbringung à la Kannenberg in Einzelfällen nicht funktioniert, müssen eben noch mehr Betreuer für einen Jugendlichen zur Verfügung gestellt werden. Teurer als eine geschlossene Einrichtung, in der ebenfalls personalintensiv gearbeitet werden muss, kann das nicht werden. Die Erfahrungen, die man hierzulande in der Vergangenheit mit geschlossenen Jugendeinrichtungen gemacht hat, verleiten nicht dazu, diesen Fehler zu wiederholen. Deshalb ist eine Debatte über einen angemessenen Umgang eine sinnvolle Debatte. Sogar, wenn der Koalitionsvertrag gerade erst unterzeichnet wurde.

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