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Weser-Kurier: Leitartikel von Felix Frank über Bremen als Luftfahrt-Standort

Bremen (ots) - Es wäre ein herber Imageverlust für Bremen, käme es zum Aus für die traditionsreiche Lufthansa-Verkehrsfliegerschule. Carsten Spohr höchstpersönlich hat hier das Fliegen erlernt. Jetzt will der Lufthansa-Chef die Pilotenausbildung komplett umkrempeln. Die Neuausrichtung ist nur ein Teil der konzernweiten Umstrukturierungen bei der Lufthansa. Das Ziel des Unternehmens liegt auf der Hand: sparen, sparen, sparen. Für junge Menschen, die den Traum vom Fliegen haben, ist das eine Hiobsbotschaft: Künftig werden sie noch weniger Chancen haben, bei der Lufthansa übernommen zu werden. Und so bleiben die meisten zunächst auf Schulden für die 70.000 Euro teure Ausbildung sitzen. Unter Experten gilt der Standort Bremen als unverzichtbarer Impulsgeber für den gesamten Nordwesten Deutschlands. Auch in der internationalen Luftfahrt-Branche ist Bremen eine Top-Adresse. Eigentlich. Denn in der jüngeren Vergangenheit häuften sich die schlechten Nachrichten. Erst kündigte die Billigfluggesellschaft Ryanair vor Wochenfrist an, Hamburg zu ihrer Nummer eins in Norddeutschland auszubauen - auf Kosten von Bremen, das bisher erster Anlaufpunkt für Ryanair war. Nun teilte auch Air France mit, ab Oktober ihre Verbindungen von und nach Bremen erheblich zu reduzieren. Die größte französische Fluggesellschaft bietet dann zwischen Bremen und Paris pro Woche nur noch 13 Flüge an. Der Verlust der Bremer Flugschule könnte sich demnächst einreihen. Spohr sollte sich an seine schöne Ausbildungszeit und die vorhandene, gute Infrastruktur der Flugschule Bremen erinnern - und an dem Standort festhalten. Für Bremen steht eine Menge Prestige auf dem Spiel.

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