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Weser-Kurier: Über Frühförderung an Schulen schreibt Silke Hellwig:

Bremen (ots) - Kinder saugen Wissen auf wie ein Schwamm. Wer wollte einem neugierigen Kind im Vorschulalter also verwehren, lesen und schreiben zu lernen? Das gab es schon immer, und das wird es auch immer geben. Was wäre "Der kleine Nick" ohne Adalbert, den Klassenprimus? An ihm zeigt sich aber auch, dass Schule gerade in den ersten Jahren viel mehr lehrt als Zählen und Buchstabieren: den halben Tag ohne elterlichen Schutz zu verbringen, sich anzupassen, auch sich durchsetzen und wehren zu können. Wer das nicht lernt, dem hilft auch das große Einmaleins auf Englisch nicht weiter. Es ist nicht von der Hand zu weisen, dass sich Deutschland nicht nur mehr und mehr in Arm und Reich, sondern auch in Früh- und Garnichtgefördert teilt. Damit prallen in der Schule Anforderungen aufeinander, denen Lehrer nicht gerecht werden können: Hier die Kinder, die besondere Zuwendung brauchen, weil sie große Defizite haben; und dort der Nachwuchs, dessen Eltern besondere Zuwendung brauchen, weil sie sich vom ersten Schultag an massiv einmischen, damit der Filius eines Tages auch ganz sicher ein 1,0er-Abi macht. Doch Schule ist nicht dazu da, schon unter ABC-Schützen Eliten zu bilden und auf Erfolg zu trimmen, jedenfalls nicht die staatliche. Den Kindern Kindheit stehlen, das muss man schon ganz privat.

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