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Weser-Kurier: Kommentar von Silke Hellwig zu Flüchtlingsunterkünften in Bremen

Bremen (ots) - Es empfiehlt sich generell, nicht alles und alle über einen Kamm zu scheren. Das gilt für minderjährige Flüchtlinge und für die Nachbarn von Heimen für Asylsuchende. Angesichts von Bürgerprotesten gegen die Ansiedlung von Unterkünften konnte man noch vor wenigen Wochen den Eindruck bekommen, dass Asylsuchende in Bremen nicht sonderlich willkommen sind. Doch es zeigt sich, dass sich diese Stadt nicht nur weltoffen und tolerant gibt, sondern tatsächlich ein großes Herz hat. Die Bremer nehmen die Flüchtlinge unter ihre Fittiche, bieten ihnen explizit Wohnungen an, spenden Zeit oder Geld. Nicht alle, gewiss, aber einige. Doch nicht nur bei Unterkünften haben Kapazitäten Grenzen, sondern auch bei ehrenamtlichem Engagement und gutem Willen. Schon jetzt fehlt es in Bremen an Wohnungen, Ganztagsschul- und vor allem Arbeitsplätzen. Wer Integration wirklich ernst meint, dem muss klar sein, dass der Mangel von Tag zu Tag größer wird. Und wer den guten sozialen Zusammenhalt nicht riskieren will, muss heute Antworten auf die Fragen von morgen finden. In Bremen ist nicht einmal klar, ob mit der Suche schon begonnen wurde.

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