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Weser-Kurier: Über die Haltung der CDU zur Cannabis-Freigabe schreibt Moritz Döbler:

Bremen (ots) - Der Wirtschaftspolitiker Joachim Pfeiffer mag in der CDU noch isoliert sein, aber die Cannabis-Freigabe könnte trotzdem über kurz oder lang kommen. Eine CDU, die den Atomausstieg durchsetzt, die Wehrpflicht abgeschafft hat, Frauenquote und Mindestlohn mitträgt, dreht sich wohl auch bei diesem Thema nach und nach. So vieles von dem, was einst die Grünen gegen enorme Widerstände vertreten haben, ist heute selbstverständlicher gesellschaftlicher Konsens geworden. Und es gäbe in diesem Fall gewichtige wirtschaftliche Argumente: Dem Schwarzmarkt den Boden zu entziehen, hieße, neue Steuerquellen zu erschließen und die Kriminalität zurückzudrängen. Der Missbrauch von Alkohol samt der Gewalt, die damit einhergeht, ist für die Gesellschaft ohnehin das größere - und teurere - Problem. Nur: Die Politiker, die heute übers Kiffen reden, sollten nicht ihre eigenen Jugenderfahrungen zum Maßstab machen. Das Cannabis, das der eine oder andere einst - Pfeiffer wurde 1967 geboren - geraucht haben mag, war im Vergleich harmlos. Heute stecken in Marihuana und Haschisch viele höhere Wirkstoffkonzentrationen, warnen Drogenexperten. Nötig ist eine offene, ernsthafte Debatte jenseits aller "Legalize It"-Romantik.

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