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Weser-Kurier: Kommentar von Silke Hellwig zu den Wohlfahrtsverbänden

Bremen (ots) - Armutsbekämpfung zur "Chefsache" machen, ein Bündnis für sozialen Zusammenhalt gründen, regelmäßig Armuts- und Reichtumsberichte vorlegen - das ist vernünftig und geradezu vorbildlich, wenn einer Regierung das soziale Klima in ihrem Land am Herzen liegt. Es reicht nur nicht: Ein Problem wälzen und es lösen, sind bekanntlich nicht ein und dasselbe. Die Wohlfahrtsverbände könnten lösen helfen, ganz konkret - beispielsweise mit Kindertagesstätten in Gegenden mit sozial benachteiligten Familien. Mit Menschen also, die gelernt haben, keine Ansprüche zu stellen, geschweige denn ihren Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz juristisch einzuklagen und die vielleicht nur in den Wohlfahrtsverbänden eine Lobby haben. Verbände wie DRK, Caritas oder Arbeiterwohlfahrt sehen sich in der Lage, mehr Plätze anzubieten, wenn die Verwaltung ihnen mehr Autonomie zugesteht. Selbstredend haben sie auch fundamentales Interesse daran, ihre Geschäftsfelder wachsen zu lassen. Mit finanziellen Folgen für Bremen: Wenn ein höheres Angebot eine höhere Nachfrage auslöst, entstehen höhere Kosten. Wer Probleme nicht nur wälzen, sondern angehen will, den darf das nicht schrecken, auch nicht in Bremen. Schon gar nicht, wenn Armutsbekämpfung "Chefsache" ist.

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