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Weser-Kurier: Zu Griechenland schreibt Mirjam Moll:

Bremen (ots) - Die griechischen Kassen sind so gut wie leer. Das haben sich Ministerpräsident Alexis Tsipras und sein zu vollmundigen Formulierungen neigender Finanzminister Gianis Varoufakis selbst zuzuschreiben. Viel zu lange haben sie gepokert und darauf gehofft, dass am Ende 18 Eurostaaten über das Stöckchen springen würden, das sie immer höher hielten. Doch sie haben sich getäuscht. Mit Mühe und Not hat Hellas gestern über kurzfristige Anleihen etwa eine Milliarde Euro hereingeholt. Geld, das größtenteils an die griechischen Banken floss, die unter der Panik der Menschen leiden: Schon mehr als 20 Milliarden Euro haben diese aus Angst vor einem Ausstieg Griechenlands aus dem Euro abgehoben. Denn was auch die Eurogruppe eigentlich unbedingt vermeiden will, ist in der derzeitigen finanziellen Lage nicht mehr ausgeschlossen: ein Graccident - ein Austritt, der den Umständen geschuldet ist, der aber wie ein gewaltiger Unfall wirkt. Schon jetzt müssen Rentenkassen und staatliche Kliniken herhalten, um das Finanzloch auszugleichen. Das kann nicht mehr lange gut gehen. Zu dumm, dass Varoufakis mit seinen neuerlichen Rufen nach einem Schuldenschnitt jetzt ausgerechnet jene zum wiederholten Male brüskierte, deren Hilfe er nun am nötigsten braucht.

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