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Weser-Kurier: Zur Feinstaub-Problematik in Bremen schreibt Christian Weth:

Bremen (ots) - Joachim Lohse hat's schwer. Die einen sagen, der Bremer Umweltsenator wolle zu viel. Die anderen meinen, er mache zu wenig. Hier die Wirtschaftsbosse, die seine Pläne für eine möglichst autofeindliche und fahrradfreundliche Innenstadt kritisieren. Dort die Umweltschützer, die etwa über sein Zaudern bei Fahrverboten für Lastwagen in der City klagen. "Zu viel" auf der einen Seite, "zu wenig" auf der anderen. Das macht unter dem Strich: eine mittelmäßige Umweltpolitik. Zu diesem Schluss kann man kommen. Beim Thema Feinstaub in Bremen muss man es. Lohse geht zwar allgemein gegen die Belastung vor, aber nicht grundlegend: nicht dort, wo Bremens Luft am dicksten ist. Seit Jahren werden die Grenzwerte am Dobben immer wieder, jetzt sogar immer öfter überschritten. Lohse weiß das. Etwas dagegen getan hat er nicht - von Ankündigungen, etwas unternehmen zu wollen, mal abgesehen. Seine Behörde - und damit er - verweist stattdessen mit der Regelmäßigkeit eines Uhrwerks darauf, dass im Grunde alles im grünen Bereich sei. Schließlich dürfen Grenzwerte überschritten werden, auch dafür gibt es eine Maximal-Marke. Und die wird eben schon länger nicht mehr durchbrochen. Von einer Umweltbehörde, noch dazu von einer mit grünem Senator, sollte man mehr erwarten als eine Beruhigungspille. Man kann, ähnlich wie jetzt die Wissenschaftler in ihrer Studie zur Bremer Feinstaubbelastung im Jahr 2030, eine Prognose wagen, wohin Lohses Mittelmaß führen wird: In seiner Fahrradstadt tragen die Radler überall Helm, nur am Dobben nicht. Dort tragen sie zum Helm auch noch Atemschutz.

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