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Weser-Kurier: Kommentar von Alexander Pitz zu sexueller Belästigung

Bremen (ots) - Sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz, das zeigt die von der Antidiskriminierungsstelle des Bundes in Auftrag gegebene Studie, ist ein Problem, das sich mit rechtlichen Mitteln kaum lösen lässt. So wirken die Umfrageergebnisse auf den ersten Blick erschütternd. Demnach hat jeder zweite Beschäftigte in Deutschland im Job Dinge erlebt, die laut Gesetz die Grenze zur Belästigung klar überschreiten. Fragt man jedoch direkt nach, ergibt sich ein ganz anderes Bild: Nur 17 Prozent der Frauen und sieben Prozent der Männer geben an, dass sie sich am Arbeitsplatz schon einmal sexuell belästigt gefühlt hätten. Die Vorstellungen des Gesetzgebers, was genau sexuelle Belästigung ist und was nicht, entspricht also keineswegs der gesellschaftlichen Realität. Anzügliche Witze im Büro mögen aus rechtlicher Sicht verboten sein. Doch tatsächlich fühlen sich viele Betroffene dadurch überhaupt nicht gestört. Das persönliche Empfinden eines jeden Menschen in dieser Frage ist nun einmal höchst individuell. Neue Gesetzesvorschläge, wie sie nun die von der Antidiskriminierungsstelle einberufene Expertenkommission ausarbeiten soll, sind daher nicht der richtige Weg, um das Problem in den Griff zu kriegen. Viel wirksamer im Konfliktfall sind ohnehin Dialog und Rücksichtnahme.

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