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Weser-Kurier: Kommentar von Norbert Holst zu drohenden Warnstreiks

Bremen (ots) - Nach den gescheiterten Tarifverhandlungen für den öffentlichen Dienst wollen am Dienstag die angestellten Lehrer in Niedersachsen und Bremen ihre Arbeit niederlegen. Die Gewerkschaften ver.di und GEW rufen zu bundesweiten Warnstreiks auf. Die Situation scheint nach der gescheiterten Verhandlungsrunde in Potsdam verfahren. Klar ist: Die Landesbeschäftigten wollen einen kräftigen Schluck aus der Pulle. 5,5 Prozent mehr Lohn fordern sie unter anderem. Das ist in Zeiten sprudelnder Steuerquellen eine durchaus maßvolle Forderung. Trotzdem halten die Länder die Kasse dicht. Da steckt eine Strategie hinter. Die Länder als Arbeitgeber lassen die Tarifpartner zappeln, haben auch in der zweiten Verhandlungsrunde kein konkretes Angebot vorgelegt. Eine Strategie, die wohl nicht ganz zufällig auch die kommunalen Arbeitgeber im Erziehungsbereich fahren. Wohlwissend, dass Streiks momentan nicht hoch im Kurs stehen - viele Deutsche haben nach den Arbeitsniederlegungen bei Bahn und Lufthansa die Nase gestrichen voll von Tarifauseinandersetzungen. Die Mitglieder der Gewerkschaften müssen sich wie Bittsteller vorkommen. Sie werden förmlich zu vollkommen überflüssigen Streiks gezwungen. Die werden einmal mehr auf dem Rücken Dritter ausgetragen - in Schulen fällt der Unterricht aus, Kitas und Universitätskliniken bleiben geschlossen. Da fragt man sich: Was soll das?

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