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Weser-Kurier: Kommentar von Michael Lambek zur Breitbandversorgung in Niedersachsen:

Bremen (ots) - Während sich die Stadt Verden dieser Tage darüber freut, dass die Telekom erheblich ins städtische Kabelnetz investiert und so vielen der Zugang zum schnellen Internet ermöglicht wird, schauen nicht wenige auf dem sogenannten platten Land weiter in die Röhre. Hier rechnen sich solche Investitionen viel schlechter. So ist es mit der Privatisierung. Ehemalige Unternehmen in Staatseigentum, die sich heute durch den rauen Wind der Marktkonkurrenz bewegen müssen, kann man schlecht zu etwas zwingen, das nicht gewinnbringend ist. Ersatzweise muss Vater Staat einspringen und aus öffentlichen Mitteln bezahlen, was privaten Anbietern das Betriebsergebnis verhageln würde. Ansonsten würde er riskieren, den ohnehin beträchtlichen infrastrukturellen Rückstand ländlicher Regionen gegenüber den Ballungsgebieten noch weiter zu verschärfen. Das kostet viel Geld. Und so muss man fragen, warum der Bund zusammen mit der Kreditanstalt für Wiederaufbau auch nach der Privatisierung noch immer rund 30 Prozent der Telekom hält - ein Aktienpaket, dessen Wert auf rund 20 Milliarden Euro geschätzt wird. Der Verkaufserlös wäre ein logischer und dringend benötigter Finanzierungsbeitrag für die fällige digitale Ertüchtigung ländlicher Regionen.

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