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Weser-Kurier: Zum Angebot von Kanzlerin Merkel an Russland schreibt Joerg Helge Wagner:

Bremen (ots) - 5000 Menschenleben hat der Krieg in der Ukraine bereits gefordert - und die scheinen das Gewissen der deutschen Regierung weit mehr zu belasten als das der Akteure vor Ort: die Regierung in Kiew, die pro-russischen Separatisten und natürlich auch Kreml-Chef Wladimir Putin. Der ist die Schlüsselfigur: So lange er die Separatisten politisch wie militärisch unterstützt, brauchen deren Führer keinerlei Zugeständnisse machen. Er werde jegliche "Gefährdung für die Donezker Erde beseitigen", tönte Alexander Sachartschenko gestern wieder in übelster Blut-und-Boden-Manier. Noch ein paar tausend Tote? Njet problem! Die Bundesregierung versucht nun, mit wirtschaftlichen Verlockungen einen Keil zwischen die Separatisten und den Kreml zu treiben. Geschickt bietet man Putin an, was dieser selbst 2010 vorgeschlagen hatte: eine europäische Freihandelszone vom Atlantik bis zum Pazifik. Gigantisch! Dagegen wirkt die EU klein und Putins Eurasische Wirtschaftsunion geradezu popelig. Doch der Kreml-Chef kennt auch den Preis: Rückzug aus dem Donbass und damit die Aufgabe des russischen Einflusses auf die Ukraine. Seine gewaltige Popularität - und damit Autorität - zu Hause würde schwinden. Wenigstens die Annexion der Krim muss also akzeptiert werden, damit er den Deal überhaupt erwägt. Das ist der Preis, den Kiew für den Frieden zahlen muss.

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