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Weser-Kurier: Kommentar von Andreas Holling zur Schweizer Wechselkurs-Entscheidung

Bremen (ots) - Drei Jahre lang glaubte die Schweizerische Nationalbank an die Möglichkeit, die Devisenmärkte beherrschen zu können. Nun müssen die Eidgenossen einsehen, dass sie den Kampf verloren haben. Nichts anderes bedeutet die gestrige Entscheidung, den festen Wechselkurs von 1,20 Franken je Euro aufzugeben. Zu hoch war offenbar der finanzielle Druck, den Kurs der eigenen Währung durch immer neue Stützungskäufe des Euro zu garantieren. Allein im Dezember wurden dafür bis zu 25 Milliarden Euro ausgegeben, heißt es. Die Entscheidung der Nationalbank lässt sich sogar noch provokanter deuten: Die Schweiz will sich mit dem Politikwechsel vor dem kostspieligen Krisenmanagement der Europäischen Zentralbank (EZB) retten. Denn diese will offenbar noch mehr Geld in Umlauf bringen, als ohnehin schon vorhanden ist - zum Beispiel durch den Ankauf von Unternehmens- und Staatsanleihen. Dies soll frisches Geld über das Bankensystem in die reale Wirtschaft pumpen. Für die Eidgenossen aber würde das bedeuten, noch mehr Geld in Devisenkäufe zu stecken - ohne Ausweg und Alternative. Und so war die gestrige Emanzipation vom Euro und der EZB sicher schmerzhaft - und wird es wohl noch eine Zeit lang sein. Aber sie war richtig.

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