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Weser-Kurier: Zu den Schülerprotesten in Niedersachsen schreibt Peter Mlodoch:

Bremen (ots) - Es ist eine verfahrene Situation. Weder Niedersachsens Kultusministerin Frauke Heiligenstadt noch die Gymnasiallehrer rücken einen Millimeter von ihrer Position ab. Die SPD-Ressortchefin verteidigt unnachgiebig die eine Wochenstunde Mehrarbeit als vertretbar. Die Pauker wettern unverdrossen gegen die angeblich extrem hohe Zusatzbelastung. Mit ihrem Boykott der Klassenfahrten ziehen die Lehrkräfte diejenigen in den Konflikt, die dafür am wenigsten können: ihre Schüler. Dass es denen jetzt reicht und sie massenweise auf die Straße strömen, ist nur zu verständlich. Wenn der Philologenverband als Interessenvertretung der Gymnasiallehrer von einem "nachvollziehbaren Akt der Notwehr" spricht, klingt das nicht pädagogisch, sondern rechthaberisch. Die protestierenden Schüler an das Ministerium und die rot-grüne Koalition zu verweisen, wirkt geradezu hilflos. Von dort jedenfalls bekommen die Gymnasiasten ihre Klassenfahrten nicht wieder. Vielleicht gibt es aber jetzt ein Zeichen der Hoffnung. Seit langem beklagen Lehrer finanzielle und auch zeitliche Aufwendungen, die ihnen durch Schulreisen und Ausflüge entstehen. Ein Entgegenkommen des Ministeriums in diesem Punkt könnte und sollte auch die Lehrkräfte zum Einlenken, also zum Abblasen des Boykotts, bewegen.

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