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Weser-Kurier: Kommentar von Markus Lorenz zum Hamburger Wahlkampf

Bremen (ots) - Es gibt Wahlkämpfe, aus denen scheint die Luft raus, bevor sie begonnen haben. In Hamburg scheint das genau so zu sein. Tatsächlich liegen Amtsinhaber Olaf Scholz und seine SPD in den Umfragen derart weit vor der CDU, dass sich die Frage nach dem nächsten Bürgermeister nicht ernsthaft stellt. Dennoch birgt die Bürgerschaftswahl reichlich Spannung: Schafft es die FDP mit Katja Suding über die Fünf-Prozent-Hürde? Bringt sich die AfD selbst um die Chance, erstmals in ein westdeutsches Landesparlament einzuziehen? Von höchstem Interesse ist auch Olaf Scholz selbst: Schafft er das Kunststück, erneut die absolute Mehrheit zu holen? Das könnte jedenfalls eine Empfehlung für mögliche Ambitionen auf eine erneute Berliner Karriere sein. Braucht der Senatschef doch eine Koalition, wären die Grünen erster Gesprächspartner. Doch ob Genossen und Ökos zusammenfinden, ist keineswegs klar. Bei vielen zentralen Themen liegen Welten zwischen ihnen. Im Zweifel wird Pragmatiker Scholz eine schwache, aber willige CDU den aufmüpfigen Grünen vorziehen. So oder so: Scholz bleibt, was er seit vier Jahren ist: Hamburgs prägende politische Gestalt.

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