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Weser-Kurier: Kommentar von Peter Bauer zum Terroranschlag in Paris

Bremen (ots) - Der Schock, ausgelöst durch das Attentat in Paris, sitzt tief. Nicht nur bei den Franzosen, nicht nur bei den vielen Journalisten, die für ihre Arbeit allen Mut brauchen. Nein, dieser Angriff auf die Pressefreiheit rüttelt an den Grundfesten aller demokratisch verfassten Gesellschaften. Umso mehr gilt es, ihre Überlegenheit und ihre Standhaftigkeit in die Waagschale einer Auseinandersetzung zu werfen - einer Auseinandersetzung, die an Intensität offenbar nicht verliert, sondern weiter zulegt. Wir müssen mit aller Kraft jenen Wahnsinnigen entgegentreten, die uns allein des Glaubens, der Weltanschauung wegen nicht nur das Wort verbieten, sondern uns sogar umbringen wollen. Polizei und Staat sind gefordert, die Täter zu stellen und unserer demokratisch legitimierten Gerichtsbarkeit zuzuführen. Nicht mehr, aber auf keinen Fall weniger. An den Morden von Paris gibt es nichts zu verstehen, so etwas dürfen wir uns nicht gefallen lassen. Egal wo. Und doch müssen wir uns hüten, den Ruf nach Vergeltung hinauszuschreien und alle, die unsere Denkweise nicht teilen, zu verdammen. Die fast unlösbare Aufgabe besteht darin, weder von der Macht der anderen noch von der eigenen Ohnmacht sich dumm machen zu lassen, hat der große Mann der Frankfurter Schule, Theodor W. Adorno, notiert. Es wird uns nichts anderes übrig bleiben, als diese Aufgabe zu bewältigen. Sonst bringen wir Härte und Gewalt nicht aus unserem Zusammenleben.

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