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Weser-Kurier: Kommentar von Doris Heimann zu Putins Rede

Bremen (ots) - Die Rede von Wladimir Putin zur Lage der Nation zeigt anschaulich, wie sich Russlands Präsident immer mehr in seine Parallelwelt hineinsteigert. Die von Russland eroberte Krim stilisiert er nun zum Nationalheiligtum - dabei waren es äußert profane, nämlich geopolitische und machtstrategische Gründe, die Moskau zur Landnahme bewegt hatten. Washington, dessen Hand der Kremlchef überall im Spiel sieht, zündelt bei Russlands Nachbarn gegen Moskau. Und die "alten Gegner" Russlands sind dabei, einen "Eisernen Vorhang" um Putins Reich zu ziehen. Nur ist dessen Armee mächtig, kampferprobt und mutig. Man weiß nicht, ob Putin diese Hirngespinste wirklich selbst glaubt - oder ob er sie nur ausbreitet, um das heimische Publikum ruhig zu stellen. Denn durch die Rubelkrise haben viele Russen bereits jetzt ein Drittel ihrer Ersparnisse und Einkünfte verloren. Die Wirtschaft driftet in die Rezession, die Unsicherheit in der Bevölkerung wächst. Umso wichtiger ist es für Putin, eine Burgmentalität zu beschwören. Bislang verfängt die Rhetorik. Putins Popularitätswerte liegen bei 80 Prozent. Doch was, wenn sein Stern sinkt? Welches heilige Land braucht er dann, um seine Macht zu erhalten? Angesichts der neuesten Drohungen möchte man sich das lieber nicht ausmalen.

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