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Weser-Kurier: Zur Thüringer CDU schreibt Alexander Pitz:

Bremen (ots) - Monatelang haben die Christdemokraten vor einem rot-rot-grünen Bündnis in Thüringen gewarnt. Keine Gelegenheit haben sie ausgelassen, um so zu tun, als wäre die Wahl Bodo Ramelows zum ersten Ministerpräsidenten der Linken quasi ein Rückfall in die SED-Diktatur. Doch ausgerechnet jetzt, wo es darum geht, einen Gegenkandidaten zu nominieren, da kneift die CDU. Die für gewöhnlich so selbstbewusst auftretende Union ist sich kurioserweise nicht sicher, vor wem sie eigentlich mehr Angst haben soll: vor einem Linksbündnis, dem ehemalige Stasi-Mitarbeiter angehören, oder vor der eurokritischen AfD. Denn nur mit deren Hilfe hätte sie eine realistische Chance, jemanden aus den eigenen Reihen zum Ministerpräsidenten zu machen. Die AfD hat bereits signalisiert, dass sie einen Kandidaten der CDU bereitwillig unterstützen würde. Doch trotz unübersehbarer Schnittmengen der beiden konservativen Parteien sträubt sich vor allem die Spitze der Bundes-CDU gegen einen Pakt mit der AfD. Die wolle schließlich den Euro abschaffen und trete somit das Erbe Helmut Kohls mit Füßen, argwöhnt Generalsekretär Peter Tauber. Nun ist es aber so, dass über die Zukunft des Euro gewiss nicht im Thüringer Landtag entschieden wird. Der Eiertanz, den die Union derzeit aufführt, zeugt einzig und allein von politischer Feigheit.

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