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Weser-Kurier: Kommentar von Uwe Dammann zum Gurlitt-Erbe

Bremen (ots) - Die Sammlung von Cornelius Gurlitt geht nach Bern, die Raubkunst bleibt in Deutschland - eine gute, vielleicht die beste Lösung für das schwer belastete Erbe des gestorbenen Kunstsammlers, aber sicherlich noch nicht der Schlussstrich unter der lang anhaltenden Debatte über den Gurlitt-Nachlass. Es wäre dem Kunstmuseum Bern nicht zu verdenken gewesen, hätte es, trotz des hohen Marktwertes, auf das Bilderkonvolut verzichtet. Bei Hunderten von Bildern ist ein Verdacht auf Nazi-Raubkunst noch immer nicht ausgeräumt. Der Präsident des Jüdischen Weltkongresses, Ronald Lauder, hatte dem Berner Museum deshalb dringend davon abgeraten, das Erbe anzutreten. Nun übernehmen die Schweizer das stark belastete Erbe, während die NS-Raubkunst in Deutschland bleiben soll, bis die ursprünglichen Eigentümer gefunden wurden. In dieser Frage ist zuallererst die Bundesrepublik Deutschland in der Pflicht. Sie muss die Herkunft und die heutigen Besitzverhältnisse klären. Das Land hätte sich billig aus der Verantwortung gestohlen, wäre der gesamte Nachlass nach Bern gegangen. Im Übrigen will die Schweiz ein eigenes Expertenteam einsetzen. Damit könnte neuer Schwung in die Provenienzforschung kommen - und damit eine Dynamik in die Aufklärung, die die Augsburger Ermittler bisher nicht gezeigt haben.

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