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Weser-Kurier: Über Campylobacter in Geflügelfleisch schreibt Silke Looden:

Bremen (ots) - Salmonellen waren gestern. Ein neuer Keim breitet sich auf Geflügelfleisch aus. Inzwischen ist ein Viertel der Ware mit Campylobacter kontaminiert, weil die Hygiene in den Schlachthöfen schlicht schlecht ist. Zu Recht warnt das Bundesamt für Risikobewertung vor dem Durchfall-Erreger und fordert die Geflügelbranche zum Handeln auf. Das Bakterium, das für Hühner, die es im Magen-Darm-Trakt tragen, gänzlich ungefährlich ist, wird zunehmend zur Gefahr für die Gesundheit des Menschen. So erkrankten im vergangenen Jahr mehr als 70000 Deutsche an Campylobacteriose, mehr als 300 starben daran. Und das ist eben nicht nur ein Problem von mangelnder Küchenhygiene. Wer die Keimbelastung von Lebensmitteln reduzieren will, muss bei den Produktionsmethoden ansetzen. Wenn Hähnchen in Massen an Förderbändern hängen und Schnelligkeit vor Gründlichkeit geht, ist es nicht verwunderlich, dass die Keimbelastung des Fleisches steigt. Dabei ist Campylobacter nicht nur ein deutsches, sondern ein europäisches Problem. Der Erreger ist mittlerweile EU-weit die häufigste Ursache für Durchfallerkrankungen. Abgesehen von der gesundheitlichen Gefährdung schadet die rasante Ausbreitung des Bakteriums auch der Wirtschaft. So schätzt das Bundesinstitut den Schaden durch Krankheitstage und Behandlung auf 2,4 Milliarden Euro im Jahr. Billigfleisch hat am Ende eben doch seinen Preis.

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