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Weser-Kurier: Kommentar von Christine Longin zu Frankreichs Präsident François Hollande

Bremen (ots) - François Hollande musste in seiner Amtszeit schon viele bittere Vergleiche hinnehmen. Am Donnerstagabend kam noch einer dazu: Wie ein Beamter im Arbeitsamt habe der französische Präsident gewirkt, kritisierte die konservative Opposition nach seinem Fernsehauftritt. Dass da auf dem Stuhl im Fernsehstudio kein Staatschef saß, der einen klaren Kurs vorgibt und mutig die nötigen Reformen angeht, war den acht Millionen Zuschauern schon nach wenigen Minuten klar. Die Sendung anlässlich von Hollandes Halbzeit im Elysée-Palast wurde vielmehr zur traurigen Demonstration der Hilflosigkeit. Die Versuche Hollandes, Frankreich trotz schlechter Wirtschaftsdaten als allseits geschätztes Land darzustellen, missglückten gründlich. Heldin des Abends war eine Familienunternehmerin, die sich live vor dem Präsidenten ihren Frust von der Seele redete. Zu hohe Abgaben, zu komplizierte Vorschriften - wo soll da noch Luft für neue Arbeitsplätze sein? Aber genau die braucht Frankreich dringender als alles andere. An der Bekämpfung der Arbeitslosigkeit wollte der Sozialist gemessen werden, hatte er zu Beginn seiner Amtszeit verkündet. Nicht als Berater im Jobcenter, sondern als Präsident, der den Negativtrend umkehrt. Doch in den vergangenen zweieinhalb Jahren sind 500.000 neue Arbeitslose dazugekommen. Wenn die Erwerbslosenzahlen nicht zurückgingen, trete er 2017 nicht mehr an, hat Hollande versprochen. Und dieses Versprechen wird er wohl auch halten müssen - gezwungenermaßen.

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