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Weser-Kurier: Kommentar von Silke Hellwig zur Sterbehilfe-Diskussion

Bremen (ots) - Brittany Maynard ist tot, und ihr Abschied mag so würdevoll gewesen sein, wie es sich die todkranke Frau gewünscht hat. Still war er nicht - ein internationales Millionenpublikum stand quasi am Sterbebett, weil Maynard alle Welt an ihrem Schicksal teilnehmen ließ. Ihr Privatleben hatte die US-Amerikanerin aus freien Stücken zu Grabe getragen, wenngleich im Sinne ihrer Sache, dem Recht auf aktive Sterbehilfe. Sie war eigens in einen anderen US-Bundesstaat gezogen, wo sie den Zeitpunkt ihres Todes legal selbst bestimmen konnte. Dass Bundesstaaten und Nationen unterschiedliche moralische Grundsätze vertreten, macht die ohnehin heikle Debatte noch schwieriger. Wie kann hier undenkbar sein, was dort ohne Weiteres möglich ist, ohne dass sich der Himmel auftut? Doch Selbstmord-Tourismus scheint eine bequeme politische Lösung zu sein. Jahr für Jahr reisen Menschen aus Deutschland, Frankreich und Großbritannien in die Schweiz, um zu sterben. Die deutsche Regierung bleibt bei ihrem Verbot und legt sich nicht mit den Kirchen an. Aber nur wer Geld und Hilfe hat, kann in einem anderen Land sein Leiden beenden. Und so macht der Tod alle Menschen gleich, aktive Sterbehilfe gibt es aber nur in der ersten Klasse. Und das kann nicht die letzte Antwort sein.

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