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Weser-Kurier: Kommentar von Daniel Killy zur Waffenwahl im ukrainischen Donetsk

Bremen (ots) - Die ukrainische Armee soll, so berichten "New York Times" und die Menschenrechtsorganisation "Human Rights Watch", im Kampf um Donetsk Streubomben eingesetzt haben. Diese Waffe ist international seit 2008 von 108 Staaten geächtet - nur von den USA und der Ukraine nicht. Sie birst bei einem Aufprall in eine Vielzahl kleiner Sprengsätze, die die Wirkung von Minen haben. Operativ zum Einsatz kam die Horrorwaffe jüngst nur in Syrien. Auch wenn die ukrainische Regierung die Vorwürfe lapidar mit dem Argument kontert, Streubomben benutze man nicht, die seien ja illegal, bleibt ein fader Nachgeschmack. Denn auch den russischen Separatisten im Donbass wirft "Human Rights Watch"den Einsatz der Tabu-Waffe vor. Die Beweise für die beiderseitigen moralischen Streuverluste auf dem Gebiet der OSZE scheinen erdrückend - und werfen ein Licht darauf, wie moralfrei der Ukrainekonflikt geführt wird und wie willkürlich die westliche Parteinahme manchmal wirkt. Die Unbarmherzigkeit des Bruderkampfes lässt auf mehr Gemeinsamkeiten denn Trennendes zwischen ukrainischen und prorussischen Kämpfern schließen. Und wahrscheinlich bedienen sich beide aus demselben Arsenal des Schreckens - den Altbeständen der Roten Armee aus Afghanistan. Hoffnung auf einen demokratischen Neubeginn in Kiew macht das jedenfalls nicht.

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