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Weser-Kurier: Kommentar von Silke Hellwig zum geplanten Lokführer-Streik

Bremen (ots) - Alle Räder stehen still, wenn dein starker Arm es will - das Bundeslied für den "Allgemeinen Deutschen Arbeiterverein" nimmt die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) wortwörtlich, sie will streiken. Dabei ist der GDL-Arm ziemlich kurz: Er steht allein für die Interessen der Lokführer. Doch die haben - wie Flugzeugkapitäne - eine Profession, mit der sich gewaltiger Druck ausüben lässt, weil Zehntausende Passagiere ungnädig werden. Berufsmusiker, ebenfalls in einer Spartengewerkschaft organisiert, können das so nicht. Auf Verständnis kann die GDL bei Kunden nicht hoffen, schon gar nicht im Nahverkehr, wo just Preissteigerungen angekündigt wurden, schon gar nicht, da gewerkschaftliches Machtgerangel den Arbeitskampf schürt. Indes konkurrieren auch in der Großen Koalition drei Parteien miteinander und vertreten allein ihre Interessen. Ein kleinster gemeinsamer Nenner ist dabei offenbar die Ausdehnung staatlicher Eingriffe: Die Tarifautonomie wurde zugunsten der Arbeitnehmer mit dem Mindestlohn beschnitten, nun soll die sogenannte Koalitionsfreiheit zugunsten der Arbeitgeber eingeschränkt werden. Der Staat streckt seine lange Arme in Arbeitskonflikte, und keiner haut ihm auf die Finger. Doch freiwillig wird er sie gewiss nicht mehr zurückziehen.

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