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Weser-Kurier: Zur Anhörung der EU-Kommissare schreibt Mirjam Moll:

Bremen (ots) - Wie soll man jemanden von etwas überzeugen, das einen selbst nicht überzeugt? Die Frage der Glaubwürdigkeit spielt beim Brüsseler Theatervorsprechen auf der Bühne des Europäischen Parlaments die Hauptrolle. Die Nebendarsteller: Die Kandidaten Pierre Moscovici, Sozialdemokrat und gescheiterter französischer Finanzminister, und Jonathan Hill, konservativer Lord und einstiger Inhaber einer Beratungsfirma, die für britische Banken Lobbyismus betrieb. Der eine soll nun ein Defizitverfahren gegen sein eigenes Land einleiten und der andere für finanzielle Stabilität auf dem europäischen Finanzmarkt sorgen. Dass beide Kandidaten nicht anstandslos von den Abgeordneten durchgewunken werden, war abzusehen. Trotzdem ist das Verhör der Abgeordneten nichts weiter als ein Ränkespiel zwischen Sozial- und Christdemokraten. Beiden passt der Kandidat der anderen nicht, aber beide werden sie sich wohl auf die zweifelhaften Herren einlassen. Denn beide Fraktionen wollen unbedingt verhindern, dass die Kommission stürzt, noch bevor sie ihre Arbeit am 1. November aufnehmen kann. Klüger wäre es gewesen, wenn Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker gleich andere Kandidaten vorgeschlagen hätte.

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