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Weser-Kurier: Kommentar von Norbert Holst zur Organisierten Kriminalität

Bremen (ots) - Das Lagebild zur Organisierten Kriminalität ist ein durchaus aufschlussreiches Zahlenwerk, das aber einen gravierenden Fehler hat: Die hohe Dunkelziffer ist nicht einmal zu erahnen. Den nackten Zahlen zufolge hat die OK zwar zugenommen, aber keineswegs sprunghaft oder dramatisch. Doch das Gefühl vieler Deutscher ist ein anderes. Das hat sich in Sachsen und Brandenburg gezeigt, wo die grenzüberschreitende Kriminalität zum Wahlkampfthema wurde. Bundesinnenminister Thomas de Maizière verweist nun darauf, dass Ballungsräume viel stärker von Bandenkriminalität betroffen sind als die ländlichen Regionen in Ostdeutschland. Den betroffenen Menschen helfen solche Zahlenspiele nicht weiter. Sicherheit hat viel mit Lebensqualität zu tun. Ein Ansatzpunkt im Kampf gegen kriminelle Gruppen: Nur in jedem vierten Verfahren kann das mutmaßlich durch kriminelle Energie erworbene Vermögen vorläufig beschlagnahmt werden. Die Sicherheitsbehörden benötigen dringend eine Verbesserung der rechtlichen Rahmenbedingungen, um auf solche Vermögen zugreifen zu können. Nur so lässt sich verhindern, dass Bandenchefs in Nadelstreifen oder Rockerkutte eine Schattenwirtschaft aufbauen.

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