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Weser-Kurier: Kommentar von Joerg Helge Wagner zur Entwicklung im IS-Konflikt

Bremen (ots) - Recep Tayyip Erdogan fliegen die Geister um die Ohren, die er aus der Flasche ließ. Noch als Premier hatte der türkische Präsident die islamistischen Milizen in Syrien klammheimlich gefördert. Das hatte zwei Ziele: Zum einen wollte er dem Regime des verhassten syrischen Diktators Baschir al-Assad schaden - zum anderen ging es darum, die Kurden-Milizen in Syrien, die der verbotenen Kurden-Partei PKK nahestehen, klein zu halten. Beide Ziele hat Erdogan nur zum Teil erreicht, und das um einen hohen Preis: IS-Kämpfer haben gerade eine türkische Exklave in Syrien samt 36 dort stationierten Soldaten umzingelt, der inner-türkische Konflikt mit den Kurden flammt wieder auf und ein Kampfeinsatz türkischer Bodentruppen in Syrien - mindestens in Bataillonsstärke - steht bevor. Erfolgt der nach einem Angriff auf die türkische Truppen in der Exklave, ist für die NATO faktisch der Bündnisfall eingetreten: Wer einen Partner angreift, greift alle an - auch Deutschland. Bei einer Raketenabwehr-Einheit weit hinter der Grenze wird es dann nicht bleiben. Um das zu verhindern, müssen Erdogan und seine Generäle von der mittlerweile erfolgreichen Strategie gegen den IS im Irak überzeugt werden: massive Aufrüstung der Kurden bringt mehr als ein begrenzter Einmarsch, um irgendwelche Pufferzonen zu schaffen. Diese Entscheidung darf die NATO nicht allein der Türkei überlassen.

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