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Weser-Kurier: Über Ursula von der Leyens Irak-Reise schreibt Daniel Killy:

Bremen (ots) - Es gibt symbolhafte Reisen und Auftritte von Politikern, die bleiben unvergessen. Willy Brandts Kniefall in Warschau etwa oder auch Kohl und Mitterand Hand in Hand an den Soldatengräbern von Bitburg. In jüngerer Vergangenheit ist allerdings ein zweifelhafter Reise-Aktionismus an die Stelle der nachhaltigen Symbolik getreten. George W. Bush etwa vermeldete 2003 auf dem Flugzeugträger USS Abraham Lincoln martialisch - und arg voreilig - "mission accomplished", das Ende des zweiten Irakkrieges. Jetzt hat sich Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen medienwirksam aufgemacht in den Irak. Sie wolle dort, so verlautete es, überprüfen, ob die deutschen Waffenlieferungen auch ordnungsgemäß verwendet werden. Dummerweise waren aber weder Waffen noch die sechs Fallschirmjäger vor Ort, die die Kurden im Gebrauch der deutschen Gewehre hätten unterweisen können. Grund: Technische Defekte an den Flugzeugen. Von der Leyens aktionistischer Ausflug ins Krisengebiet lenkt auf peinliche Weise den Blick auf zwei Tatsachen: Deutschland ist anscheinend nicht einmal in der Lage, seine symbolischen Beiträge zur Bekämpfung des IS zu leisten. Und von der Leyens Auftritt als ministerieller Marschflugkörper scheint auch zu untermauern, dass Deutschland gar nicht willens ist, sich mit mehr als wohlfeilen Gesten am Kampf gegen IS zu beteiligen. Ein fatales Signal angesichts der globalen Bedrohung durch die Terror-Armee.

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