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Weser-Kurier: Kommentar von Jürgen Hinrichs zum Unglück in Ritterhude

Bremen (ots) - Es war ein Unglück mit Ansage - etwas, das sei Jahren befürchtet wurde, wovor man genauso lange gewarnt hatte, und was jetzt passiert ist. Die verheerende Explosion in einer chemisch-technischen Verbrennungsanlage in Ritterhude hat die Anwohner deshalb nicht nur in Angst und Schrecken versetzt, ihnen teilweise die Häuser genommen und sie an Körper und Seele verletzt. Es ist auch Wut da, große Wut. Das muss man sich vorstellen: Wieder und wieder wird auf die Gefahren einer Fabrik hinwiesen, in der unmittelbar neben Wohnhäusern giftige und hochexplosive Stoffe lagern und verarbeitet werden. Es gründet sich eine Bürgerinitiative, die dafür kämpft, dass die Verbrennungsanlage aus der Siedlung verschwindet. Sogar der Firmenchef selbst spricht von einer unglücklichen Situation; er will mit seiner Fabrik umziehen, doch ihm fehlt das Geld. Jahre gehen ins Land, ohne dass sich etwas ändert. Die Gemeinde redet sich mit Bestandsschutz raus. Auch der Landkreis sieht seine Hände gebunden. Bis es tatsächlich geschieht: Ein Unglück, das um ein Haar zur Katastrophe geworden wäre. Die Anwohner haben unfassbares Glück gehabt, es hätte viele Tote geben können. Solche Betriebe, das sollte eigentlich klar sein, haben in einem Wohngebiet nichts zu suchen. Egal dabei, was zuerst da war, Häuser oder Fabrik. Eine so brandgefährliche Situation darf nicht hingenommen werden und so lange Jahre vor sich hin schwelen. Die Anwohner sind wütend auf die Betreiber der Verbrennungsanlage, noch mehr aber - und zu Recht - auf die Behörden. Sie haben versagt.

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