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Weser-Kurier: Kommentar von Andreas Kölling zum angekündigten Pilotenstreik

Bremen (ots) - Man sollte die Kirche im Dorf lassen. Bei allem Verständnis für die verantwortungsvollen Aufgaben von Berufspiloten, aber ihre Forderung ist überzogen - besonders im Vergleich mit den Vorruhestandsregelungen vom Rest der Arbeitnehmerschaft. Auch bei Lufthansa und hier am Boden sowieso. Das bringt keine Sympathiepunkte. Bisher sind Piloten mit 60 Jahren ausgeschieden und haben die höchst komfortable Regelung, selbst entscheiden zu können, ob sie schon mit 55 gehen wollen. Dafür bekommen sie 60 Prozent des bisherigen Gehalts, was sich in fünf Jahren schnell auf 750<ET>000 Euro summiert. Bei etwa 180 Piloten, die für die Regelung infrage kommen, sind das 135 Millionen Euro, die von den aktiven Lufthanseaten erarbeitet - beziehungsweise von den Passagieren bezahlt werden müssen. Wohlgemerkt für eine Übergangsrente, nicht für das operative Geschäft. Nach einer Klage - ausgerechnet von drei Lufthansa-Kapitänen - hat die EU das Rentenalter nun auf 65 heraufgesetzt. Heißt, wenn Piloten weiterhin mit 55 aussteigen wollen: satte zehn Jahre lang 60 Prozent vom letzten Gehalt. Das kann sich die Lufthansa nicht leisten und ihre Passagiere schon gar nicht. Die Gesellschaften aus dem Mittleren Osten setzen der Kranich-Linie bereits jetzt mächtig zu. Es ist der zweite Piloten-Streik dieses Jahr. Das Risiko besteht, Lufthansa in den Ruin zu streiken.

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