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Weser-Kurier: Kommentar von Andreas Kölling zu Karstadt

Bremen (ots) - War etwas anders gestern bei Karstadt? Nicht wirklich: Alles beim alten. Genau das ist das Problem.Ein angestaubtes Verkaufskonzept aus den frühen Wirtschaftswunderjahren, an dem nie grundlegend und grundsätzlich etwas getan wurde. Ein greiser Einkaufsdinosaurier, den ein unfähiges Management lange vor Nicolas Berggruen ins terminale Siechtum verabschiedet hat. Ob ein smarter Selfmade-Millionär aus Österreich die richtigen Impulse geben kann? Bislang ist René Benko vor allem in Immobilien engagiert. Das schürt die Sorge, ihm sei nur an einer raschen Filetierung gelegen. Allerdings hat er andererseits, nach der Übernahme der lukrativen Karstadt-Premiumhäuser, mit Geld und neuen Spitzenleuten dort frische Akzente gesetzt. Das ist schon mehr, als Berggruen in vier Jahren geschafft hat. Der war seinerzeit mit großen Versprechungen und blumigen Worten angetreten, der Kultmarke Karstadt zu neuem Glanz zu verhelfen. Jetzt schiebt der Konzern einen Investitionsstau vor sich her, den Experten auf 1,5 Milliarden Euro schätzen. Karstadt steht ein möglicherweise noch rigoroseres Sparprogramm bevor als ohnehin schon angekündigt. Dabei tragen die Beschäftigten über Lohnverzicht schon länger ihren Teil zur Sanierung bei. Die Politik ist also gut beraten, endlich ein waches Auge auf Karstadt zu haben. Das gab es ja auch bei anderen Sanierungsfällen.

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