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Weser-Kurier: Kommentar von Jürgen Hinrichs zum Bremer Stadtmusikantenpreis

Bremen (ots) - Hamburg, meine Perle, singen die Hamburger. Eine Hymne auf die eigene Stadt. Den Bremern fiele so etwas nicht ein. Bremen, das ist Bodenhaftung und Bescheidenheit. Vielleicht ein bisschen zu viel davon, war der Gedanke, als der Bremer Stadtmusikantenpreis ins Leben gerufen wurde. Warum nicht auch an der Weser mal ein bisschen Glanz und Glamour? Es waren schöne Abende, keine Frage. Illustre Gäste, ein festlicher Rahmen, da stimmte alles. Nur irgendwie, das war sofort zu merken, kam die Veranstaltung in der Stadt nicht richtig an. Die Bremer haben den Preis nicht zu ihrem eigenen gemacht. Ein bisschen Gala gucken vor dem Theater, die Stars und Sternchen betrachten, vielleicht mal ein Autogramm erhaschen, das war es schon. Ansonsten hat es niemanden gekümmert, wer da feiert. Jetzt ist die Verleihung wieder ausgefallen, das zweite Mal hintereinander. Angeblich, weil das Theater keine freien Termine hat und neuerdings eine hohe Miete verlangt. Doch das allein kann es nicht sein. Entscheidend ist wohl eher, dass niemand nach dem Preis ruft oder nur danach fragt. Er ist schlicht irrelevant. Besser deshalb, man lässt es ganz sein und macht sich nicht auch noch zum Gespött. Eine Neuauflage, wenn sie denn je kommen sollte, wäre Krampf, nichts anderes. Ein bockiges Nicht-Scheitern-Wollen. Dann lieber singen: Bremen, meine Perle!

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