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Weser-Kurier: Kommentar von Joerg Helge Wagner zur US-Politik im Nahen Osten

Bremen (ots) - Das deutsche Dogma "keine Waffen in Krisengebiete" wird nicht etwa angesichts der aktuellen Lage kritisch hinterfragt, sondern fraktionsübergreifend eisern verteidigt. Einwände gegen eine offensivere deutsche Sicherheitspolitik sind ja auch schnell gefunden: der politisch Amok laufende irakische Noch-Regierungschef Maliki, die Beteiligung der kurdischen Arbeiterpartei PKK am Kampf gegen ISIS, die instabile Situation beim NATO-Partner Türkei, ein fehlendes UN-Mandat, die Friedenssehnsucht der braven Wahlbürger, der Koalitionsvertrag... Alles ehrenwerte Argumente - die freilich weder die elende Lage der Flüchtlinge im Irak berücksichtigen noch den aggressiven Elan der islamistischen Fanatiker. In Washington hat Obamas potenzielle Nachfolgerin Hillary Clinton den Präsidenten schmerzhaft daran erinnert, dass seine Ohne-uns-Politik in Syrien erst den sagenhaften Aufstieg des ISIS ermöglicht hat. In Deutschland lehnt man sich zurück und verweist darauf, dass im Irak zuallererst die USA in der Verantwortung seien. Weltpolitik auf dem Fahrersitz ist das nicht.

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