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Weser-Kurier: Zum Kampf gegen den Datenklau schreibt Alexander Tietz:

Bremen (ots) - Mehr als eine Milliarde Benutzernamen und Passwörter sollen gestohlen worden sein. Das verlangt nach einer politischen Reaktion. Und sie kommt, in Person von Heiko Maas. Der Bundesjustiz- und Verbraucherschutzminister fordert, über den Diebstahl von Daten und deren Nutzung hinaus den Handel mit gestohlenen Daten zu verbieten. Der Vorstoß ist folgerichtig, geradezu überfällig und dürfte auf breite Zustimmung im Bundestag stoßen. Allzu laut sollte der Applaus für Heiko Maas aber nicht sein. Hacker, die 1,2 Milliarden Daten erbeuten und vor krimineller Energie zu strotzen scheinen, werden sich durch die Drohungen des Ministers kaum in die Knie zwingen lassen. Ebenso sollte genau geschaut werden, wer dem Datenklau den Kampf ansagt. Wer die Beschaffung von Steuersünder-CDs aus der Schweiz genauso toleriert wie die Spionage-Arbeit der deutschen Geheimdienste, greift ebenfalls nach der Privatsphäre anderer. Gewiss hat der Minister das deutsche Recht hinter sich. Unabhängig davon gibt es aber etwas, das ihm das Gesetz nicht automatisch zubilligt: Glaubwürdigkeit.

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